Was ist ÄVPS?

Menschen mit ängstlich-vermeidender Persönlichkeitsstörung fühlen sich unzulänglich, sind überempfindlich gegenüber Kritik und sind daher in sozialen Situationen gehemmt. Das Erleben und Verhalten von Menschen mit einer ÄVPS ist durch mehrere der folgenden Aspekte charakterisiert:

  • Sie vermeiden Berufe, in welchen sie viel mit Menschen zu tun haben, aus Angst, negativ beurteilt zu werden.
  • Sie gehen ungern Beziehungen ein, ausser sie sind sich sicher, dass das Gegenüber sie mag.
  • Sie sind zurückhaltend in intimen Beziehungen, aus Angst, ausgelacht zu werden.
  • Sie denken oft daran, dass sie in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt werden könnten.
  • Sie sind in neuen zwischenmenschlichen Situationen gehemmt, weil sie sich unzulänglich fühlen.
  • Sie halten sich für unbeholfen im Umgang mit Menschen, für persönlich unattraktiv oder anderen unterlegen.
  • Sie gehen ungern persönliche Risiken ein, da sie sich später vielleicht dafür schämen müssten.

Menschen mit einer ÄVPS sehnen sich nach zwischenmenschlicher Nähe, vermeiden diese aber gleichzeitig, um nicht zurückgewiesen zu werden.

Wie äussert sich eine ÄVPS?

Menschen mit einer ÄVPS sind im beruflichen und privaten Leben stark eingeschränkt. Sie haben wenige soziale Beziehungen, weil sie wenig Selbstvertrauen haben und auf Zurückweisung sehr empfindlich reagieren. In Krisen fehlt ihnen ein soziales Netz, auf welches sie zurückgreifen könnten.

Auch beruflich können Menschen mit einer ÄVPS eingeschränkt sein, wenn sie Tätigkeiten vermeiden, in welchen Sie mit Menschen in engeren Kontakt kommen.

Wenn sie enge Beziehungen haben, sind Menschen mit einer ÄVPS manchmal ängstlich oder passiv, weil sie fürchten, vom Gegenüber nicht mit Wertschätzung betrachtet zu werden.

Was können Betroffene gegen ÄVPS tun?

Eine ÄVPS kann mittels Psychotherapie – einzeln oder ein einer Gruppe – behandelt werden. Dabei entwickelt die Therapeutin oder der Therapeut zusammen mit der betroffenen Person eine Strategie, um das Erleben und Verhalten allmählich zu verändern. Bei vielen Betroffenen ist auch das Einüben sozialer Fertigkeiten ein wichtiges Thema.

Als Ergänzung zur Psychotherapie können sich Betroffene in Gesprächsgruppen im Rahmen der Selbsthilfe austauschen, um dort Unterstützung sowie neue Ideen zu erhalten, wie sie weiter an ihren Einschränkungen arbeiten können.

Weiterlesen: Selbsthilfe für Menschen mit ÄVPS